Erster Mensch erhält Krebstherapeutikum von Repertoire

Schlieren ZH/Cambridge – Repertoire Immune Medicines hat in Europa und den USA mit der klinischen Prüfung seines Immuntherapeutikums gegen Krebs begonnen. Diese T-Zell-Rezeptor-Therapie richtet sich gegen einen Molekülabschnitt, der in allen Tumoren vorkommt. Daher wäre sie nach einer Zulassung breit einsetzbar.

(CONNECT) Repertoire Immune Medicines hat mit der klinischen Prüfung seines T-Zell-gerichteten Immuntherapeutikums am Menschen begonnen. Wie das mit Hauptsitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts und in der Schweiz im Bio-Technopark Schlieren-Zürich ansässige Biotech-Unternehmen mitteilt, ist der erste Studienteilnehmer in einer klinischen Phase-1/2-Studie mit einer neuartigen Therapie von Repertoire behandelt worden. Die Studie wird an mehreren klinischen Zentren in den USA und Europa durchgeführt.

Die T-Zell-Rezeptor (TCR)-spezifische Therapie mit dem Studiennamen RPTR-1-201 richtet sich gegen fortgeschrittene solide Tumoren. Sie ist so konzipiert, dass sie die körpereigenen T-Zellen einer erkrankten Person auf ein gemeinsames, tumorspezifisches Ziel ausrichtet. T-Zellen-spezifische Therapien hätten gezeigt, dass sie bei einigen Krebsarten profunde und anhaltende Remissionen erzielen können, so Repertoires medizinischer Direktor Robert Andtbacke: „Dennoch stehen vielen Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren weiterhin nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten offen.“

In präklinischen Studien hatte RPTR-1-201 den Angaben zufolge eine starke Wirksamkeit sowohl gegen immunologisch heisse als auch kalte Tumoren und ein günstiges Sicherheitsprofil gezeigt. Im Gegensatz zu vielen anderen T-Zell-gerichteten Therapien, die sich auf bekannte und für einen einzelnen Tumortyp spezifische Antigene konzentrieren, bindet der neue Wirkstoff an einen Molekülabschnitt (Epitop), der mithilfe der DECODE-Plattform von Repertoire entdeckt worden war.

„Dieses Epitop“, erklärt Repertoire, „ist in verschiedenen soliden Tumoren vorhanden und könnte in den USA und Europa jährlich für bis zu 200’000 Patienten mit metastasiertem oder inoperablem Krebs relevant sein“. Für Forschungs- und Entwicklungschef Dr. Anthony J. Coyle ist dieser Wirkstoff deshalb so bedeutsam, weil er „die erste Bestätigung unserer Fähigkeit darstellt, Immun-Codes in potenzielle Immuntherapeutika gegen Krebs umzuwandeln“. ce/mm

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