Proteomedix vermeidet mit Test unnötige Prostata-Biopsien

Schlieren ZH/Cincinnati – Proteomedix hat zwei Studien veröffentlicht, die den klinischen Nutzen seines Tests auf Prostatakrebs positiv bewerten. Demnach identifiziert Proclarix zuverlässig klinisch nicht-signifikante Formen des Tumors und den richtigen Zeitpunkt für den Übergang von Überwachung zu aktiver Therapie.

(CONNECT) Proteomedix hat mit seiner nordamerikanischen Muttergesellschaft Onconetix die Veröffentlichung zweier von Fachleuten begutachteten Studien für seinen blutbasierten Prostatakrebstest Proclarix bekanntgegeben. Die erste Publikation trägt den Titel Proclarix-Leistung beim Ausschluss von Patienten mit keinem oder indolentem Prostatakrebs: Evaluation in einer dänischen Population. 373 schon vorhandene Serumproben von Patienten mit Verdacht auf Prostatakrebs wurden mit Proclarix erneut untersucht. Dabei sank der prozentuale Anteil jener Männer, die einen klinisch signifikanten Prostatakrebs aufwiesen, von 27 auf 5 Prozent, bei einer Sensitivität von 97 Prozent.

In einer erweiterten Population von 656 Männern wurde mit Proclarix dann die PSA-Dichte, also das Verhältnis des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum zum Prostatavolumen, analysiert. Dabei zeigte die Proclarix-Dichte ebenfalls eine signifikant höhere Spezifizität als die PSA-Dichte bei gleicher Sensitivität. Laut der Mitteilung kam die Studie für beide untersuchten Populationen zu dem Schluss, dass Proclarix die Anzahl der Prostatabiopsien und die Entdeckung klinisch unbedeutender Prostatakarzinome reduziert, während gleichzeitig das Risiko, klinisch signifikante Erkrankungen zu übersehen, gering bleibt.

Die zweite Publikation mit dem Titel Der prognostische Wert von Proclarix bei Prostatakrebs-Patienten unter aktiver Überwachung: Vorhersage des Übergangs zur aktiven Therapie und des Krankheitsverlaufs in einer dänischen Kohorte untersuchte den prognostischen Wert des Proclarix-Risiko-Scores bei Männern, die sich einer aktiven Überwachung aufgrund eines Prostatakrebses mit niedrigem bis mittlerem Risiko unterzogen hatten. Die Studie wertete retrospektiv bei 132 Männern entnommene Serumproben aus der dänischen PerPros-Prostatabiobank aus.

Die Autorinnen und Autoren schlussfolgerten, dass der Proclarix-Risiko-Score die klinische Entscheidungsfindung im Rahmen der aktiven Überwachung unterstützen kann, indem er Patienten mit einem höheren Progressionsrisiko identifiziert und die Intensität der Nachsorge beeinflusst. „Diese Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von Proclarix für eine personalisierte Prostatakrebsbehandlung“, folgert Studienleiter Dr. AH Zedan.

Für Proteomedix-CEO Dr. Beat Rheiner liefern diese beiden Publikationen „wichtige zusätzliche Belege für den breiten klinischen Nutzen von Proclarix zur Identifizierung fälschlicherweise als positiv eingestufter gesunder Männer und zur Früherkennung klinisch signifikanter Prostatakarzinome.“ Der Proclarix-Risiko-Score habe bereits zuvor eine Korrelation mit der Aggressivität des Tumors gezeigt. Nun habe er sich als „vielversprechendes Instrument zur Unterstützung klinischer Entscheidungen und personalisierter Überwachungsstrategien für Patienten nach der Diagnose“ erwiesen.

Proteomedix wurde 2010 als Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich gegründet und ist im Bio-Technopark Schlieren-Zürich ansässig. ce/mm

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