Ipsen kauft Memo Therapeutics AG
Schlieren ZH/Paris – Memo Therapeutics verkauft seinen monoklonalen Antikörper Potravitug für bis zu 700 Millionen Euro an die Pariser Biotech-Firma Ipsen. Alle übrigen Vermögenswerte und die Mitarbeitenden gehen an das neue Unternehmen Memorises Bio über. Es wird von den Aktionären der Memo Therapeutics AG gehalten.
(CONNECT) Memo Therapeutics, eine Ausgründung der Eidgenössischen Technische Hochschule Zürich, schafft den Exit: Das im Bio-Technopark Schlieren-Zürich ansässige Biotech-Unternehmen wird vom Pariser Biopharmazie-Unternehmen Ipsen übernommen. Laut einer Mitteilung konzentriert sich die Übernahme auf Potravitug, einen von Memo Therapeutics entwickelten neuartigen monoklonalen Antikörper gegen das BK-Polyomavirus, für den noch in diesem Jahr die klinische Phase 3 beginnen soll.
Ipsen wird sämtliche Aktien der Memo Therapeutics AG erwerben. Voraussetzung dafür ist, dass die Vermögenswerte und Mitarbeitenden der Memo Therapeutics AG, die nicht mit Potravitug in Zusammenhang stehen, zuvor auf die am 19. Juni 2026 neu gegründete Memorises Bio AG übertragen werden. Sie wird vom Aktionariat der Memo Therapeutics AG gehalten und hat ihren Sitz an derselben Adresse in Schlieren.
Bei Abschluss der Transaktion, der für das dritte Quartal vorgesehen ist, bezahlt Ipsen 200 Millionen Euro. Inklusive bestimmter Entwicklungs-, Zulassungs- und Umsatzmeilensteine beläuft sich die potenzielle Gesamtvergütung auf über 700 Millionen Euro.
Potravitug ist ein neuartiger monoklonaler Antikörper, der die Reaktivierung des BK-Polyomavirus (BKPyV) bei Nierentransplantierten hemmt. Das weitverbreitete Virus, das fast jede Person inaktiv und symptomlos im Körper trägt, kann durch ein geschwächtes Immunsystem aktiviert werden und eine Nierenerkrankung (Nephropathie) auslösen. Das kommt bei immunsupprimierten Nierentransplantierten relativ häufig vor und kann zum Verlust des Transplantats führen. Potravitug wäre die erste Therapie gegen die Polyomavirus-assoziierte Nephropathie.
„Der heutige Tag markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Memo Therapeutics AG und bestätigt jahrelange wissenschaftliche Innovation“, wird Memo Therapeutics-CEO Erik van den Berg zitiert. „Wir freuen uns sehr, Ipsen für die Weiterentwicklung dieses wichtigen Medikaments gewonnen zu haben. Dank seiner umfassenden Expertise in der Entwicklung und Vermarktung von Arzneimitteln für seltene Erkrankungen kann Ipsen sicherstellen, dass dieser bahnbrechende Wirkstoff sein volles Potenzial ausschöpft“, so van den Berg.
Auch für die von Zug und Zürich aus operierende Risikokapitalfirma Verve Ventures – Investor der ersten Stunde, der seinen Einsatz bei jeder Finanzierungsrunde erhöht hat –, ist diese Transaktion ein Erfolg: „Eine Übernahme durch einen weltweit führenden Anbieter seltener Krankheiten ist genau die Art von Exit, die unseren Ansatz in den Life Sciences bestätigt“, heisst es in einer Mitteilung von Verve: „Schweizer Wissenschaft, unterstützt von europäischem Kapital, gekauft von einem führenden europäischen Unternehmen.“ ce/mm